Auch im Jahr 2026 ist das deutsche H-Kennzeichen ein wichtiges Signal für Oldtimerbesitzer. Es ist ein spezielles Nummernschild, das der Gesetzgeber für historische Fahrzeuge vorgesehen und 1997 eingeführt hat, um den Erhalt von Kulturgütern auf Rädern zu fördern. Es signalisiert, dass ein Fahrzeug die Kriterien eines Oldtimers erfüllt, und als solcher registriert ist.
Wissenswertes zum H-Kennzeichen für Oldtimer
H-Kennzeichen 2026: Diese Klassiker werden dieses Jahr 30
Mit dem Jahreswechsel 2026 erreicht eine neue, spannende Generation von Fahrzeugen die Altersgrenze für das H-Kennzeichen. Alle Fahrzeuge mit dem Erstzulassungsjahr 1996 gelten ab sofort offiziell als Oldtimer-Anwärter.
Das Jahr 1996 markierte den Durchbruch vieler moderner Klassiker, die heute noch oft im Straßenbild zu sehen sind, aber nun den Status als kraftfahrzeugtechnisches Kulturgut beanspruchen können. Unter den Neuankömmlingen im Jahr 2026 finden sich daneben aber auch eine ganze Reihe von klassischen Roadstern:
| BMW Z3 (E36/7): | Der Roadster aus dem Bond-Film GoldenEye |
| Mercedes-Benz SLK (R170): | Die Sensation mit dem elektrischen Variodach (Klappdach). |
| MG F: | Der britische Mittelmotor-Roadster. |
| Porsche Boxster (986): | Der Retter der Marke Porsche mit seinem Sechszylinder-Boxermotor. |
| Lotus Elise (S1): | Das Puristen-Leichtgewicht der legendären Sportwagenmarke. |
| Audi A3 (8L): | Der erste „Premium-Golf“ begründete eine neue Klasse. |
| Volkswagen Passat (B5): | Mit seiner rundlichen Form und hoher Qualität setzte er neue Maßstäbe in der Mittelklasse. |
| Skoda Octavia I: | Der Neustart der Marke unter VW-Regie. |
| Ford Ka: | Der rundliche Stadtflitzer mit dem mutigen „New Edge“-Design. |
| Citroën Saxo: | Der Nachfolger des AX und enger Verwandter des Peugeot 106. |
| Audi S8: | Die sportliche Luxuslimousine mit V8 und Allrad. |
| Renault Mégane Scénic: | Erfand das Segment der Kompakt-Vans. |
| Volvo V70 / S70: | Die Weiterentwicklung des kantigen 850ers. |
Wichtiger Hinweis: Für das H-Kennzeichen zählt immer der Monat der Erstzulassung. Ein Audi A3, der im August 1996 zugelassen wurde, darf also erst im August 2026 das „H“ tragen.
Was ist das H-Kennzeichen und wofür steht es?
Die H-Zulassung, auch als historische Zulassung bekannt, ist eine spezielle Art von Fahrzeugzulassung in Deutschland. Sie ist für Fahrzeuge vorgesehen, die als Oldtimer klassifiziert werden. Diese Fahrzeuge müssen mindestens 30 Jahre alt sein und weitere Bedingungen erfüllen, um im Sinne des Gesetzgebers als historisch zu gelten und damit als Oldtimer bezeichnet werden zu können. Das nach außen hin sichtbare Zeichen der historischen Zulassung ist das der Kennzeichenkombination nachgestellte 'H'. Bei einem solchen Kennzeichen wird von einem H-Kennzeichen gesprochen (z.B. AB-CD 12 H). Mit einem H-Kennzeichen genießt du einige Vorteile, wie zum Beispiel steuerliche Erleichterungen und die Möglichkeit, uneingeschränkt in Umweltzonen einzufahren und dich darin zu bewegen. Die H-Zulassung erfordert jedoch, dass das Fahrzeug weitgehend im Originalzustand ist und sich in einem guten Erhaltungszustand befindet. Das ausgemachte Ziel des H-Kennzeichens ist es, das automobilhistorische Kulturgut zu bewahren und zu fördern.
H-Kennzeichen als Pflicht für Oldtimer?
Die Inanspruchnahme einer historischen Kennzeichnung ist, anders als oftmals vermutet, keine Pflicht. Das bedeutet, dass ein Oldtimer auch ein gewöhnliches Nummernschild tragen kann, dann aber wie ein gewöhnliches Fahrzeug behandelt wird. Die Folgen dieser Entscheidung sind jedoch vielfältig und in nachstehender Tabelle gelistet:
| Merkmal | H-Zulassung | Normale Zulassung |
| Voraussetzungen | Mindestens 30 Jahre alt, weitestgehend im Originalzustand, gutes Oldtimer-Gutachten nach § 23 StVZO. | Gültige Hauptuntersuchung (HU), aber keine Originalitätspflicht. |
| Kfz-Steuer | Pauschalbetrag (aktuell ca. 191,73 € für Pkw, 46,02 € für Motorräder). | Berechnet sich nach Hubraum und Schadstoffklasse. |
| Umweltzonen | Freie Fahrt ohne Umweltplakette. | Zufahrt nur mit entsprechender Umweltplakette möglich (oft nicht vorhanden). |
| Versicherung | Spezielle, oft günstigere Oldtimer-Tarife möglich. | Reguläre Kfz-Versicherung. |
Welche Vorteile bietet das H-Kennzeichen für Oldtimer-Besitzer?
Das H-Kennzeichen bietet mehrere Vorteile für die Mehrzahl der Oldtimer-Besitzer. Im Folgenden gelistet sind die wesentlichen Vorzüge:
Günstigere Besteuerung
Ein wesentlicher Vorteil des H-Kennzeichens ist die steuerliche Ersparnis. Fahrzeuge mit diesem Kennzeichen unterliegen einem pauschalen Kfz-Steuer-Satz in Höhe von 191,73 € pro Jahr. Für Motorräder mit H-Zulassung beläuft sich dieser Betrag auf 46,02 € (Stand 2025). Anders als die gewöhnliche Kfz-Steuer wird die Steuer für historische Fahrzeuge damit nicht individuell auf Basis von CO₂-Ausstoß / Schadstoffklasse und Hubraum berechnet. Die Oldtimer-Besteuerung ist somit (abhängig vom Fahrzeug) oftmals bedeutend günstiger als die normale Besteuerung, was insbesondere für großvolumige Modelle gilt, bei denen sich der Vorteil der Besteuerung schnell auf mehrere hundert Euro belaufen kann. Im Gegensatz dazu ist die Zulassung als historisches Fahrzeug für kleinvolumige Fahrzeuge vom steuerlichen Gesichtspunkt teilweise weniger lohnend.
Für Benzinmotoren sind beide Szenarien in nachfolgender Tabelle dargelegt, wobei die Schwelle sich bei 1,2 Litern Hubraum einstellt. Fahrzeuge mit mehr als 1.199 cm³ sind steuergünstiger mit Oldtimerkennzeichen zugelassen.
| Heinkel Kabine: | 200 (198) cm³ * 15,13 €/100 cm³ = 30,26 € / Jahr |
| Schwellenwert: | 1.200 cm³ * 15,13 €/100 cm³ = 181,56 € / Jahr |
| Schwellenwert: | 1.300 cm³ * 15,13 €/100 cm³ = 196,69 € / Jahr |
| Ford Mustang: | 4.800 (4.736) cm³ * 15,13 €/100 cm³ = 726,24 € / Jahr |
Befreiung von Umweltzonen
Mit einem H-Kennzeichen genießt du die Befreiungen von Umweltzonen, was gerade in Städten und Ballungsgebieten ein großer Vorteil sein kann. In einigen Fällen, wie beispielsweise bei alten Dieselfahrzeugen, müsste ohne H-Zulassung eine gelbe oder gar rote Umweltplakette ausgegeben werden, was defakto die Verdrängung dieser Klassiker aus allen Umweltzonen der Bundesrepublik Deutschland bewirken würde. Mithilfe des H-Kennzeichens wird diese Problematik elegant und unauffällig für Außenstehende außer Kraft gesetzt. In Oldtimern kann sich diesbezüglich grenzenlos bewegt werden.
Verminderte Versicherungskosten
Die Versicherungstarife sind ebenfalls oft günstiger, da Oldtimer in der Regel als Liebhaberfahrzeuge betrachtet werden, die seltener oder behutsamer genutzt werden. Versicherungen honorieren diese Umstände und den H-Status mit verminderten Policen, sodass auch hier der Vorteil direkt monetär besteht. Speziell auf Oldtimer zugeschnittene Versicherungsangebote gibt es nicht nur bei großen Anbietern, sondern oft auch bei spezialisierten Versicherungsgesellschaften. Ein Vergleich der Tarife kann sich deshalb sehr lohnen.
Werterhalt und Wertzuwachs
Aufgrund der verschiedenen Vorzüge können insbesondere angehende Oldtimer um die Altersgrenze von 30 Jahren vom H-Status profitieren. Künftige Einsparungen können sich in höheren Preisen auswirken.
Signalisierung des besonderen Status nach außen
Das nach außen ersichtliche H im Kennzeichenschild zeigt Betrachtern auf den ersten Blick den Status als historisches Kulturgut an. Es kennzeichnet eine besondere Verbindung mit der Vergangenheit. Experten können hierdurch Replikas von Originalfahrzeugen unterscheiden, Laien erkennen leicht, dass das Fahrzeug einen historischen Wert besitzt.
Anforderungen und Einschränkungen im Rahmen der historischen Zulassung
Den Vorteilen der H-Zulassung stehen einige Anforderungen und Einschränkungen gegenüber. Nachfolgend gelistet werden die Wichtigsten, die es zu bedenken gilt.
Altersgrenze - Mindestens 30 Jahre
Das H-Kennzeichen kann nur erworben werden, wenn das Fahrzeug mindestens 30 Jahre alt ist. Anders als bei den Oldtimern gibt es für die sogenannten 'Youngtimer' keine besonderen Vorzüge. Die Altersgrenze von 30 Jahren ist starr festgelegt und über alle Fahrzeugklassen hinweg dieselbe.
Fahrzeug muss gut erhalten sein
Der erhaltenswerte Zustand eines Fahrzeugs gilt als eine der wichtigsten Voraussetzung für die Bewertung der Tauglichkeit als Oldtimer. Leichte Gebrauchsspuren (Patina) stellen kein Problem dar, besonders starke Gebrauchsspuren, aber auch unsachgemäße Reparaturen und Unfallinstandsetzungen werden jedoch als kritisch angesehen und können Probleme bereiten.
Gesonderte Anforderungen an Umbauten
Änderungen am Fahrzeug sind für die Erlangung des H-Status immer dann hinderlich, wenn es sich nicht um "zeitgenössische Umbauten" handelt. Als solche gelten im Allgemeinen Modifikationen, die nachweislich in den ersten zehn Jahren nach der Erstzulassung des Fahrzeugs technisch möglich und üblich waren. Neben oft zulässigen Verbesserungen der Fahrzeugsicherheit (z.B. Bremsanlage) können weitere Einschränkungen oder Präzisierungen am besten bei den technischen Prüfern einschlägiger zugelassener Überwachungsvereine abgefragt werden.
Zusätzliche Kosten für das H-Gutachten
Für die Zulassung als Oldtimer ist ein gültiges Oldtimergutachten nach §23 StVZO zwingende Voraussetzung. Die Kosten dafür müssen vom Fahrzeugbesitzer getragen werden und belaufen sich auf etwa 100 bis 400 Euro. Es bescheinigt, dass ein Fahrzeug die strengen Kriterien erfüllt, um als "kraftfahrzeugtechnisches Kulturgut" anerkannt zu werden. Hinzukommen die üblichen weiteren Kosten, so z.B. für Hauptuntersuchung, Kennzeichenprägung, Zulassungsgebühr und ggf. die Kosten für ein Wertgutachten für die Versicherung.
Mögliche Einschränkung der Nutzung in den Vertragsbedingungen der Versicherungen
Obwohl das H-Kennzeichen an sich keine gesetzliche Nutzungseinschränkung vorsieht, verlangen die Versicherer diese Auflagen, um das geringere Schadensrisiko von Liebhaberfahrzeugen zu gewährleisten.
- Nicht als Alltagsfahrzeug nutzen: Oft wird ein Nachweis über das Vorhandensein eines weiteren Pkw für Alltagsfahrten verlangt.
- Begrenzte jährliche Fahrleistung: Typischerweise wird eine maximale Jahres-Fahrleistung in Höhe von 5.000, 7.500 oder 9.000 Kilometern vorgeschrieben.
- Alter und Fahrerkreis: Oft liegt das Mindestalter für Fahrer bei 23 oder 25 Jahren. Jüngere Fahrer, die als risikoreicher eingestuft werden, sind dann vom Versicherungsschutz ausgeschlossen.
- Stellplatzauflagen: In der Regel muss das Fahrzeug in einer Einzelgarage oder einem umzäunten und überdachten Carport abgestellt werden. Das Parken auf der Straße ("Laternenparker") ist oft nicht erlaubt.
- Keine gewerbliche Nutzung: Der Oldtimer darf meist nicht für geschäftliche Zwecke wie die Personenbeförderung (z.B. als Hochzeitsauto), Vermietung oder als Werbeträger genutzt werden, es sei denn, dies ist explizit im Vertrag versichert.
- Marktwert und Gutachten: Vor allem bei Kaskoversicherungen verlangen die Anbieter ein aktuelles Wertgutachten (nicht älter als zwei Jahre).
Wann lohnt es sich, ein H-Kennzeichen zu beantragen?
Die Antwort auf die Fragestellung, wann sich ein H-Kennzeichen lohnt, ist denkbar einfach: Wenn dein Fahrzeug den Kriterien der historischen Kennzeichnung genügt, die Restriktionen kein entscheidendes Argument dagegen darstellen und wenn die Vorteile der H-Zulassung die Einschränkungen, die sich aufgrund der historischen Zulassung ergeben, klar überwiegen, dann solltest du das H-Kennzeichen für deinen Oldtimer anstreben. Zur Berechnung der jährlichen Steuern können Online-Tools genutzt werden und für die Versicherungspolicen geben Versicherungen Auskunft.
Das H-Kennzeichen: Privileg für Oldtimerenthusiasten
Das H-Kennzeichen ist ein Privileg, das den Erhalt automobiler Geschichte fördert. Um diesen Status zu sichern und die Freude am Fahren zu bewahren, braucht dein Klassiker die beste Pflege und die passenden Ersatzteile.
In unserem Shop findest du, was du für deinen Oldtimer benötigst:
» Montage- & Verbrauchsmaterial – Für den Verbau oder das Einfüllen am Klassiker
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Wir wünschen dir allzeit gute Fahrt mit deinem Oldtimer und dem dazugehörigen H-Kennzeichen!

2 Kommentare
@André
Hallo André, danke für deine berechtigte Frage. Hier was ich dir dazu antworten kann bzw. wie ich versuchen würde vorzugehen (je nachdem, um welche Änderung es sich handelt):
1. Historische Kataloge & Zeitschriften: Suche nach alten Tuning-Katalogen (z. B. von Oettinger, BBS oder Kamei) oder Testberichten aus den entsprechenden Jahrgängen, in denen genau diese Teile abgebildet sind. Ein Bild mit Datierung (z.B. Zeitschrift 08/1980) ist Gold wert.
2. Zeitgenössische Gutachten: Kopien von alten Prüfberichten oder Eintragungen in Fahrzeugbriefen (auch von vergleichbaren Fahrzeugen aus dieser Zeit) sind oft ein entscheidender Beweis.
3. Herstellerbestätigung: Manchmal helfen offizielle Datenblätter des Herstellers, die belegen, welche Zubehörteile damals ab Werk oder über Vertragshändler verfügbar waren.
4. Fotos von damals: Falls das Fahrzeug schon „ewig“ so aussieht, können auch alte Fotos mit Datum als Indiz dienen.
5. Clubfreunde: Versuche über Foren oder Clubs Kontakt mit Leuten aufzunehmen, die dieselben Umbauten haben oder hatten oder dir die oben genannten Beweise liefern könnten.
Ich hoffe die Hinweise bringen dich voran. Wir drücken die Daumen!
Hallo, danke für den hilfreichen Artikel! Ich stehe gerade vor genau diesem Problem: Ich möchte für meinen Golf ein H-Kennzeichen beantragen, muss aber beweisen, dass die verbauten Änderungen als zeitgenössischer Umbau durchgehen. Wie mache ich das genau?