Jeden ersten Blogbeitrag im Monat werfen wir einen Blick zurück auf die Meilensteine, die unsere Leidenschaft geprägt haben. Wir widmen uns jeweils drei maßgebenden automobilen Jubiläen: Ereignisse, die vor 30, 50, 75 oder mehr Jahren die Welt bewegten und bis heute das Fundament unserer Klassiker-Kultur bilden. Es sind Geschichten von technischem Mut und zeitlosem Design. Begleite uns auf eine Zeitreise: Was geschah in einem März vergangener Jahrzehnte, das die Autowelt bis heute bewegt?
Zeitreise Automobil: Jubiläen im März 2026

Vor 65 Jahren: Die Geburt einer Ikone – Der Jaguar E-Type
Es gibt Autos, die transportieren Menschen, und es gibt Autos, die verändern die Welt. Als Jaguar im März 1961 auf dem Genfer Auto-Salon das Tuch vom E-Type zog, stockte dem Publikum der Atem. Es war nicht nur eine Premiere, es war eine Sensation, die selbst die Konkurrenz in ehrfürchtiges Schweigen versetzte. Sogar Enzo Ferrari soll ihn neidlos als „das schönste Auto, das je gebaut wurde“ bezeichnet haben.
Schönheit trifft auf brachiale Gewalt
Der E-Type war die direkte Ableitung des dreimaligen Le-Mans-Siegers D-Type, doch er brachte den Rennsport auf die Boulevardstraßen der Welt. Sein Design – geprägt von der endlos langen Motorhaube, den fließenden Kurven und dem markanten Heck – setzte ästhetische Maßstäbe, die bis heute unerreicht sind. Im Motorraum arbeitet beeindruckende Technik:
- Motor: 3,8-Liter-Reihensechszylinder
- Leistung: 269 PS (198 kW)
- Spitzengeschwindigkeit: Rund 240 km/h
Der E-Type war jedoch nicht nur ein Statussymbol für Rockstars und Adlige. Er bot die Fahrleistungen eines Ferraris zum Bruchteil des Preises und wurde so zum ultimativen Ausdruck von Freiheit und technischem Fortschritt und war gleichzeitig für verhältnismäßig viele erreichbar, gleichwohl der Mythos vom Brot-und-Butter-Sportwagen der Zeit nicht gelten kann. Bis heute gilt er als die Verkörperung des britischen Automobilbaus und automobiler Ästhetik.
Vor 60 Jahren: Der Grundstein für den „Volks-Renault“ – Die Gründung von Dacia
Während im Westen Sportwagen die Schlagzeilen der 1960er Jahre beherrschten, wurde im Osten Europas im März 1966 Industriegeschichte geschrieben. Mit der Unterzeichnung des Kooperationsvertrags zwischen der rumänischen Regierung und Renault sowie der Grundsteinlegung für das Werk in Pitești schlug die Geburtsstunde von Dacia. Die Marke, die heute noch Fahrzeuge zu besonders erschwinglichen Preisen auf die Räder stellt, nahm Fahrt auf.
Eine Partnerschaft für die Massenmobilität
Das Ziel war ambitioniert: Ein modernes, robustes und für die Bevölkerung erschwingliches Fahrzeug zu bauen. Die Wahl fiel auf die Lizenzfertigung des Renault 12 (der spätere Dacia 1300). Was als strategische Allianz im Ostblock begann, entwickelte sich zu einer der bemerkenswertesten Erfolgsgeschichten der modernen Automobilhistorie.
Dacia bewies über die Jahrzehnte eine enorme Widerstandsfähigkeit. Aus der Lizenzschmiede von einst ist heute eine Weltmarke geworden, die unter dem Dach der Renault-Gruppe das Segment der „Value for Money“-Fahrzeuge neu definiert hat. Der Geist von 1966 – solide Technik für jedermann zugänglich zu machen – lebt in den heutigen Modellen erfolgreicher denn je fort - auch weil andere Marken von dieser Marktpositionierung immer weiter abgerückt sind.
Vor 35 Jahren: Die Hochzeit des Ostens mit dem Westen – Škoda wird Teil von VW
Im Frühjahr 1991 wurde ein Vertrag unterzeichnet, der die europäische Autolandschaft nachhaltig verändern sollte: Die Integration der tschechischen Traditionsmarke Škoda in den Volkswagen-Konzern. Was damals - kurz nach dem Zusammenbruch des Ostblocks - von Skeptikern als gewagtes Experiment belächelt wurde, gilt heute als das Musterbeispiel für eine gelungene Fusion.
Von der Planwirtschaft zur Weltspitze
Škoda brachte eine über 100-jährige Ingenieurstradition mit in die Ehe, litt aber unter den veralteten Strukturen der Nachkriegs- und Sowjetzeit. Volkswagen lieferte das Kapital und die Plattformtechnologie. Das Ergebnis war eine beispiellose Transformation:
- Qualitätssprung: Mit dem ersten gemeinsamen Modell, dem Felicia, und später dem Octavia, erarbeitete sich Škoda den Ruf einer „vernünftigen“ Alternative mit Premium-Anspruch.
- Markenidentität: Škoda gelang das Kunststück, trotz gemeinsamer Konzernteile eine eigenständige, sympathische Identität zu bewahren („Simply Clever“).
Heute ist Škoda aus der modernen Automobilwelt und als Bestandteil des Volkswagenkonzerns nicht mehr wegzudenken und agiert auf Augenhöhe mit den großen Playern. Die Fusion vor 35 Jahren markierte das Ende der Trennung zwischen Ost- und West-Technik und den Beginn einer globalen Erfolgsstory, die jährlich Millionen Kunden begeistert.
Welches große Jubiläum hättest du für den März aufgeführt? Schreibe es uns in die Kommentare!
